uraniaWir haben in Jena und Umgebung mehrere Sternwarten. Zwei davon gehören zum Verein „Volkssternwarte Urania Jena e.V.“. Deshalb wollen wir euch die Sternwarten heute vorstellen.

1897 – als die Ur-Ur-Großeltern vom Zwerg noch nicht geboren waren – wurde in der Firma Carl Zeiss in Jena eine Abteilung für astronomische Geräte eröffnet. Um ihre Geräte testen zu können, baute die Firma 1903 etwas außerhalb der Stadt im Wald eine Sternwarte.

Aber die in der Astro-Abteilung arbeitenden Leute wollten die Sachen nicht nur herstellen, sondern auch selber nutzen. Außerdem hofften sie, dass sie vielen anderen Leute die Astronomie näher bringen könnten. Deshalb gründeten sie 1909 eine astronomische Vereinigung. Sie nannten sie Urania. Urania ist die Göttin der Astronomie.

Forststernwarte Jena 2017

Forststernwarte Jena 2017

Dummerweise, wurde es schnell immer schwieriger, die immer größer werdenden Teleskope zur Sternwarte hin zu tragen. Sie lag ja mitten im Wald. (A)

Deshalb durfte nun die Urania-Vereinigung diese Sternwarte nutzen. Dazu gab es von der Firma Carl Zeiss noch einige Geräte:

  • ein 2 m langes Fernrohr mit 13 cm Durchmesser
  • ein kurzes Fernrohr (1/2 m lang, 8,5 cm Durchmesser)
  • ein Gerät, dass das Licht in sein Spektrum – also seine Farben – zerlegt
  • einen Himmelsglobus

Das Gebäude wurde etwas später noch erweitert und richtig viele Leute nutzten die dortigen Möglichkeiten.

1935 wollte die Jenaer Universität die Sternwarte für eigene Forschungszwecke haben. Deshalb musste der Verein dort raus. Dafür haben sie eine Kuppel neben der Universitätssternwarte in der Nähe des Stadtzentrums erhalten. Diese war wesentlich kleiner und man konnte nicht mehr so gut gucken, aber die Besucher hatten es leichter die Sternwarte zu erreichen. Die Kuppel gehörte früher dem Jenaer Privatastronom Carl Wilhelm Winkler. Dieser bestimmte, dass sie nach seinem Tod der Universität gehört. Dazu wurde sie von seinem Grundstück an den jetzigen Standort versetzt. An ihr musste nun noch viel repariert werden, aber im September 1936 öffnete die Sternwarte wieder ihr Dach. Von nun an war diese die „Urania Volkssternwarte„.

Als dann der Zweiten Weltkrieges ausbrach, hatten die Menschen andere Sorgen und die Sternwarte wurde nicht mehr richtig genutzt, war aber stark beschädigt.

Sternwarte Schillergässchen Jena 2016

1947 wurde sie wieder zu Leben erweckt. Das durchgerostete Kuppelgebäude wurde 1953 durch ein Steingebäude mit einer Holzkuppel ersetzt. Das lange Fernrohr wurde wieder in Ordnung gebracht und etwas modernisiert.

Cassegrain-Spiegelteleskops 500/10000

Cassegrain-Spiegelteleskops mit Spiegeldurchmesser von 0,5m und Brennweite von 10

1966 wurde die Forststernwarte mit dem Teleskop (inzwischen ein großes Spiegelteleskop mit 0,5 m Durchmesser und 10 m Brennweite) wieder zurück gegeben. Nun konnten die Mitglieder in der Forststernwarte astronomisch beobachten und fotografieren und in der Volkssternwarte in der Stadt mit den Jenensern den Himmel beobachten.

Teleskop Sternwarte Schillergässchen

Teleskop Sternwarte Schillergässchen

In dieser wurde das ursprüngliche, lange Fernrohr 1973 gegen ein neues wesentlich besseres ausgetauscht. (Coudé-Refraktor 150/2250).

Mit dem Zusammenbruchs der DDR kam es zu deutlichen Veränderungen. Viele Vereinsmitglieder müssten sich neue Arbeit suchen, … Am 5. Dezember 1990 wurde der Verein Volkssternwarte Urania Jena e.V. neu gegründet. Aber die Sternwarten blieben.

Seit 1992 gehören die Sternwartengebäude sowie die Grundstücke der Ernst-Abbe-Stiftung. Das gesamte Inventar ist jedoch Eigentum des Vereins. Die Forststernwarte wurde 1995 unter Denkmalschutz gestellt.

Somit haben wir jetzt neben etlichen mobilen Teleskopen

  • in der Volkssternwarte ein Zeiss Fernrohr mit einem Durchmesser von 150 mm und einer Brennweite von 2250 mm.

Dadurch, dass immer an der gleichen Position rein geschaut wird, ist es besonders gut für öffentliche Beobachtungen nutzbar. Dabei können sehr gut Mond, Planeten, Sternhaufen, kleine hellere Nebel und Galaxien gesehen werden. Im Sommer ist Sonnenbeobachtungen im Weißlicht und auch im H-alpha-Licht (Protuberanzen) möglich.

  • in der Forststernwarte unter ihrer 6 m großen Beobachtungskuppel ein großes Cassegrain-Teleskop mit 0,5 m Spiegeldurchmesser und 7 m Brennweite

 


(A) Die Tests wurden nun in einer zweiten Werkssternwarte direkt im Werksgelände durchgeführt. Reste davon sind auf der Goethegalerie noch zu sehen.

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