MKF-6Msentinel2go Wenn ihr Verwandte oder Bekannte habt, die in der DDR groß geworden sind, fragt sie mal nach der Multi-Spektral-Kamera MKF-6 aus dem VEB Carl Zeiss Jena. Damals, als diese Kamera zusammen mit Sigmund Jähn um die Erde flog, war sie wirklich ein großes Thema!

Auch wenn heute nicht mehr die ganze Kamera aus Jena kommt, so sind WIR 🙂 doch weiterhin mit sehr wichtigen Bauteilen dabei. Die Jena-Optronik GmbH entwickelt, fertigt und testet unterschiedliche Teile, die in verschiedenen Satelliten ins All fliegen. Und so auch im Satelliten Sentinel-2B.

Reinräume Neubau Jena-Optronik

Reinräume Jena-Optronik

Gemeinsam mit Sentinel-2A wird die Erde ein Mal in 100 Minuten umrundet. So haben die Zwillinge alle fünf Tage die ganze Welt in höchster Präzision abgebildet. Bis auf zehn Meter genau ist die Auflösung ihrer Bilder.

Sentinel 2 (ESA/ATG medialab)

Sentinel 2 (ESA/ATG medialab)

An Bord des Satelliten Sentinel-2B ist auch wieder ein Multispektralinstrument. Dieses nimmt aus den 786 Kilometern Höhe Bilder in 13 verschiedenen Farbbereichen (vom sichtbaren Licht bis zum Infrarotlicht) auf. Es werden also Dinge abgebildet, die mit dem menschlichen Auge gar nicht zu sehen wären. Dadurch können verschiedene Informationen über die Erde aus den Bildern gewonnen werden. So werden zum Beispiel die Vegetation, Wasserqualität, das Abschmelzen von Gletschern und Eismassen bestmöglichst erfasst.

Für den Sentinel-2B Satelliten kommen von der Jena-Optronik die Videokompressionseinheit, die Filter des Multispektralinstruments sowie die Sternsensoren.

Die sogenannte Videokompressionseinheit ist ein elektronischer Rechenbaustein (Prozessor) für die Verarbeitung der Bilddaten. Das heisst, die Daten von 48 Videokanälen werden so vorverarbeitet, zusammengefasst und an den Bordcomputer des Satelliten weitergeleitet, dass die Daten optimal weiter verarbeitet werden können. Aber dabei dürfen möglichst keine Informationen verloren gehen. Und wir sprechen hier von WIRKLICH vielen Daten. Mit dem Prozessor werden 115 Millionen Pixel pro Sekunde verarbeitet. 115 Millionen Pixel pro Sekunde, dass entspricht 10 Fernseher gleichzeitig.

Die Filter des Multispektralinstrumentes sind Teil der Optik. Sie zerlegen das Lichtes ganz genau in die 13 vorgegebenen Farbbereiche.

Die Sternensensoren ASTRO APS unterstützen bei der Lageregelung des Satelliten. D.h. sie beobachten ganz genau die Sterne, so dass der Satellit im All seine Lage und Position ganz genau einhalten kann. Das ist wichtig, damit die Abbildung der Erde so genau wie möglich erfolgt. Der Sensor wiegt nicht mal 2 kg und ist nur ein wenig größer als ein Karton für Kinderschuhe.

ein Kollege im Reinraum mit einem Sternsensor ASTRO APS in der Hand

ein Kollege im Reinraum mit einem Sternsensor ASTRO APS in der Hand

Da der Sensor bei Temperaturen von -40 °C … +70 °C fehlerfrei funktionieren muss, werden sie auch unter diesen Bedingungen in einer sogenannten Thermal-Vakuum-Kammer in Jena getestet.

Thermal-Vakuum-Kammer

Thermal-Vakuum-Kammer

Also, die Vorbereitungen sind super. Drücken wir die Daumen, dass der Satellit gut nach oben kommt und dort lange seine Arbeit verrichten kann. Vielen Dank an die  Jena-Optronik GmbH für die Informationen und Bilder.

Und bei Sentinel-4 ist Jena auch wieder dabei. Wir halten euch auf dem Laufenden. Viele Grüße, Eure AstroZwerge!

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