Plakat mit ErgebnissenWieder habe ich einen wunderschönen und ausführlichen Beobachtungsbericht von @MelG_HI bekommen. Vielen, vielen Dank dafür. Diesmal beobachtetet sie zusammen mit ihren drei Kindern (8+5+5) den zunehmenden Septembermond. Genau beschreibt sie, wie ihr es ihnen nach machen könnt. Viel Spass dabei …

Wie meine Kinder und ich den Mondzyklus 1147 beobachteten (zunehmende Phase)

Die Idee, mit meinen Kindern einmal einen Mondzyklus zu beobachten, schlummert bereits seit etwa einem Jahr in mir. Im Herbst/Winter 2014 fiel mir auf, dass die Kids jeden Abend beim Abendbrot nach draußen schauten, um den Mond zu entdecken. Sie fanden in der Zwischenzeit ganz von selbst heraus, dass z. B. der Vollmond am Abend immer nur durch ein bestimmtes Fenster zu sehen ist.

Als meine Tochter einmal mit einer wirklich tollen Hausaufgabe nach Hause kam, nahm meine Idee gedankliche Gestalt an. Nina sollte nämlich als Wochenhausaufgabe das Wetter beobachten und es in ein Beobachtungsblatt eintragen. Das fand ich cool und übertrug diese Idee auf die angedachte Mondbeobachtung. Meine Tochter ist inzwischen 8 Jahre alt, doch die beiden Jungs sind noch 5.

Somit habe ich mir überlegt, ein Plakat anzulegen, auf das meine Kinder die Position und die Phase des Mondes einzeichnen können. Weil wir von unserem Gaubenfenster aus den besten Überblick haben, wählten wir dieses zu unserem Beobachtungsort. Von dort habe ich in 3 Bildern (Osten, Süden, Westen) unseren Horizont abfotografiert. Die Bilder habe ich dann ausgedruckt, ausgeschnitten und auf eine große Pappe geklebt. Der aufgeklebte Horizont sollte uns beim Einzeichnen helfen.

Plakat mit HorizontDa mir von vorn herein klar war, dass es unter der Beobachtung am Fenster aufgeregtes Gerangel geben würde, habe ich an jedem Beobachtungsabend ein Übersichtsfoto mit Mond und der Silhouette des Horizonts geschossen, sowie eine Nahaufnahme des Mondes gemacht, um die Phase deutlicher abzubilden und es den Kindern etwas leichter zu machen. Somit war also zugunsten meiner noch jüngeren Kinder etwas Technik und Unterstützung im Spiel. Ältere Kinder würden eine solche Beobachtung sicherlich mit weniger Unterstützung hinbekommen.

Nun aber zu unseren eigentlichen Beobachtungen. Meine Kinder hatten die Vorbereitungen auf unsere Mondbeobachtung gut verfolgt und konnten es gar nicht mehr abwarten, bis es endlich losging.

Ich erklärte ihnen, dass wir erst einmal den Neumond abwarten müssen und ab dem 14. September das erste Mal Ausschau halten könnten. An diesem Abend waren sie alle ganz aufgeregt und suchten vergebens nach der dünnen Mondsichel. Trotzdem riefen sie plötzlich, dass ich ganz schnell nach oben kommen müsse, da der ganze Himmel rot sei. Wir machten einige schöne Sonnenuntergangsfotos und waren fürs Erste auch damit sehr zufrieden.

Am 2. Tag unserer Beobachtung suchten wir wirklich lange nach dem Mond und wollten die Suche schon abbrechen, als sich in der zunehmenden Dämmerung plötzlich doch noch die dünne Mondsichel zu erkennen gab. Wie war die Freude groß!Mond 1 2015_09_15

Alle merkten sich die Stelle, hatten ihren Kompass auf der Fensterbank liegen oder in der Hand und versuchten den Mond anzupeilen. Nina machte ich zum ersten Mal mit dem Umgang eines Kompasses vertraut. Sie hatte es gleich recht gut verstanden, doch es bedurfte noch ein bisschen Übung und Feingefühl, den Kompass beim Ablesen nicht wieder zu verdrehen. Doch auch das funktionierte von Tag zu Tag besser. Nina arbeitete mit einem qualitativen Kompass, während die Jungs einen aus dem Spielzeugladen nutzten, von der Sorte „Schlüsselanhänger“. Erstaunlicherweise konnten auch diese recht gut mithalten. Die Ergebnisse der Jungs wichen ca. +-10° von Ninas Ergebnissen ab und auch diese waren nur eine Annäherung an die tatsächlichen Daten. Das Ablesen fiel jedoch allen schwer, sodass sie mir die Richtung angaben und ich das Ablesen für sie übernahm. Danach hieß es dann, alle Informationen auf unser Plakat zu bringen.

Anhand der Übersichtsfotos auf dem Kameradisplay, bestimmten wir nochmal die genaue Position des Mondes. Die Silhouette des Horizonts diente uns zum Einen dazu, dass wir die azimutale Position bestimmen konnten, zum Anderen aber auch, um die Höhe annähernd richtig abzubilden. Wir haben für unsere Aufzeichnungen einen Bleistift mit Muster benutzt, der am Ende ein Radiergummi hatte. Auf dem Kameradisplay hatten Baumspitzen z. B. die Höhe dieses Radiergummis und der Mond stand daran gemessen 3mal höher. Auf unserem Plakat hatten wir den selben Baum am Horizont mit Hilfe unseres Bleistiftmusters abgemessen und die Höhe des Mondes dann ebenfalls 3mal höher gewählt, um es entsprechend abzubilden. Diese Aufgabe übernahm vorrangig Nina, da es den Jungs noch zu schwer fiel. So lernte sie in ersten Schritten das Schätzen und das Übertragen auf andere Maßstäbe. Mit einem kleinen Pünktchen markierte sie die unterer Position des Mondes auf unserem Plakat und zeichnete dann anhand der Nahaufnahme den Mond in seiner derzeitigen Phase auf. Wie das Ganze am Ende aussah, könnt Ihr hier sehen:Plakat mit Ergebnissen

Wie man Anhand der roten Linien sehen kann, haben wir unsere Ergebnisse noch ausgewertet und etwas Wesentliches dabei festgestellt. Ich habe meine Kinder getrennt voneinander interviewt, um herauszufinden, was sie aus unseren Ergebnissen entnehmen können.

Alle drei waren sich sicher:

  • der Mond wird jeden Tag dicker
  • der Mond steigt jeden Tag höher

Als ich ihre Aussagen dann mit einem Stift auf dem Plakat anzeigte und ihnen deutlich machte, dass der Mond ihrer Aussage nach an derselben Stelle immer höher steigen würde, machten sie sich nochmal kurz Gedanken und erweiterten von selbst ihre Aussgagen:

  • der Mond rückt auch jeden Tag ein bisschen weiter nach Osten

Den Jungs hatte ich vor dem Interview nochmal Osten und Westen gezeigt, damit sie ihre Beobachtungen auch richtig beschreiben konnten. Einem fiel plötzlich noch etwas auf:

Mama, was ist das da?“ (Sohn zeigte auf die eingezeichnete Südlinie)
Das ist Süden. Das habe ich wohl vergessen, dir zu erklären. Ist etwas damit?
Der Mond geht da hinter wieder runter. Warum haben wir keinen Mond genau im Süden eingemalt?“ (Er wollte es ganz genau wissen 😉 )

Nina, die bereits 2 Jahre älter ist als ihre Brüder, hat gleich gemeint, dass der Mond einen Bogen am Himmel gemacht hat und er in südlicher Richtung am höchsten stand. Sie hat daraufhin die Pfeillinien eingezeichnet, um dies zu verdeutlichen.

Dieses Projekt hat uns allen ganz viel Spaß gemacht und wir werden sicherlich noch häufiger daran anknüpfen. Wir hätten gerne noch die abnehmende Phase des Mondes aufgezeichnet, doch wegen eines Infekts, haben wir es nicht mehr geschafft. Vielleicht klappt es im nächsten Mondzyklus. Jedenfalls sind wir schon gespannt auf weiter Entdeckungen 🙂

(Zu unseren Beobachtungen haben wir auch einen Beobachtungsbogen angelegt)

Mondbogen

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Eine Antwort »

  1. kinder unlimited sagt:

    geniale Idee….die merke ich mir für nächstes Jahr 😉

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