20150228_021859Eigentlich dachten wir, dass genug über sicheres Betrachten der Sonnenfinsternis im Netzt geschrieben wurde (z.B. vom Haus  der Astronomie oder im Blog von Astrodictum) und wir nun nicht auch noch unseren Beitrag dazu leisten muss. Beim Betrachten der Bildergalerie unserer lokalen Zeitung fielen uns dann jedoch die Leute beim Betrachten durch CDs oder Rettungsfolie auf.

Wir denken diese Ignoranz sollte nicht auch noch publiziert werden. So baten wir die Zeitung diese Bilder doch bitte raus zu nehmen.

Sofi Zeitung

 

Melanie wies uns dann auf ein Video der Astronomische Gesellschaft Magdeburg e.V. hin, in dem offensichtlich bei der öffentlichen Beobachtung der Sonnenfinsternis eine Rettungsfolie als „Großbildschirm“ aufgespannt wurde.

Beim Googlen nach „Sonnenfinsternis Rettungsfolie“ fanden wir nun etliche Seiten, die diese Beobachtung als harmlos darstellten oder sogar Argumente dafür auflisteten.

Nun ist keiner von uns kein Augenarzt oder Materialspezialist; wir können also nicht wirklich beurteilen, wie gefährlich das Ganze ist. Aber wir sind uns nicht sicher, ob die anderen das können, oder ob sie nicht doch die Gesundheit Dritter, die auf die Kompetenz als Anbieter vertrauen, aufs Spiel setzen.

  • Können wir als (halb-)wissende Hobbyastronomen diese Verantwortung übernehmen?
  • Sollten wir – als gutes Vorbild unseren Kindern und zukünftigen Hobbyastronomen gegenüber – uns nicht an die aktuell als sicher betrachteten Möglichkeiten halten und diese aufzeigen?
  • Wo endet die „Aufgabe“ Astronomie einem möglichst breitem Publikum anzubieten und wo beginnt die „Aufsichtspflicht“ diesem gegenüber.
  • Wie sicher bzw. unsicher sind Rettungsfolien, CDs …? Wer weiss wirklich Bescheid?

Aus unserer Sicht sollten wir diese riskanten Betrachtungsmöglichkeiten nicht tolerieren und weiter versuchen aufzuklären und gegen veröffentlichte Anwendungen angehen.

Wie seht ihr das? Wir sind auf eure Meinungen gespannt!!!

Vielen Dank Eure AstroZwerge

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  1. Stefan sagt:

    Bei mir im Blogbeitrag http://www.clearskyblog.de/2015/03/17/spassiges-gefaehrliches-und-basteliges-zur-sonnenfinsternis/ findet sich ganz unten ein Beitrag bei dem auf den Janetarium-Blog und eine Messung der Rettungsfolie verwiesen wird. Einlagig ist diese Folie sehr gefährlich für die Betachtung der SoFi. Vor allem das der benutzende Mensch denkt, dass man dann auch länger in die Sonne schauen kann. Nimmt man die Folie 3lagig, dann scheint die Absorbtionsfähigkeit der Folie recht hoch zu sein. Trotzdem sage ich ganz klar NEIN zu solchen Hilfsmittel.
    Das begründet sich auch einfach: Selbst wenn solche Hilfsmittel funktionieren würden, müsste man immer darauf achten, dass die Anwendung ordentlich erfolgt. Würde ich als Blogger und Astronom solche Mittel empfehlen und es passiert etwas, werde ich dafür verantwortlich gemacht.
    Da mir aber wichtig ist, dass man mit den richtigen Mittel die Sonne betrachtet, kann ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Eine Rettungsfolie bleibt einfach eine Rettungsfolie und ist NICHT für die SoFi-Betrachtung geeignet oder vorgesehen.

  2. Ronny sagt:

    Die absorbierenden/reflektierenden Eigenschaften von Rettungsfolie könnte man auch in einem Experiment testen:
    Für den UV Bereich könnte man an einer Körperstelle eine Schicht Rettungsfolie statt Sonnencreme beim Sonnenbaden verwenden. Die Wirkung sollte allerdings mindestens so gut wie Lichtschutzfaktor 100 sein. Ansonsten könnte man schauen, wie Farbpigmente (einer Zeitung) zersetzt werden. Hinter der Rettungsfolie sollte das 100 Mal länger dauern als ohne Folie.
    Für das Infrarote könnte man die Temperatur in einer Box welche mit Rettungsfolie verschlossen wurde mit der einer komplett geschlossenen Box vergleichen. Allerdings sind dort quantitative Aussagen schwierig, es sei denn, die Temperaturen weichen nicht voneinander ab.
    Wer hat Lust zu experimentieren?

  3. Ronny sagt:

    Gute Frage. Ich persönlich würde ja nicht riskieren mir meine Hauptwahrnehmung aufgrund von Tipps im Internet kaputt zu machen.
    In die Sonne schaut man vermutlich mehrmals am Tag. Der natürliche Reflex führt dazu, dass wir wegschauen, bzw. die Augen so weit möglich schließen. Schaut man absichtlich in die Sonne, wird der Reflex unterdrückt und aus weniger als einer Sekunde werden im Laufe eines Vormittags mehrere hundert Sekunden.
    Schwächt man das Sonnenlicht mit einer Folie soweit ab, das es nicht mehr blendet, so ist zumindest im optischen Bereich alles OK. Da die meisten Kunststoffe im UV-Bereich auch absorbieren ist zu hoffen, dass die Rettungsfolie dies auch über den gesamten UV Bereich macht. Im langwelligem Infrarot reflektiert Rettungsfolie gut (sie soll ja warm/kalt halten. Anhand der Eigenschaften klingt jetzt Rettungsfolie nicht so ungeeignet. Allerdings würde mich eine Spektrometermessung von Rettungsfolie interessieren, bevor ich sie verwenden würde.

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