Mit Sicherheit ist es der Traum vieler astronomiebegeisterter Zwerge mit einem eigenen Teleskop den Sternenhimmel durchforschen zu können. Bevor man sich die Frage stellt, was für ein Teleskop für den eigenen AstroZwerg das Richtige sei, sollte man sich über einige wichtige Punkte Klarheit verschaffen.

Wo wird mein Kind das Teleskop nutzen können?

Man sollte sich bewußt sein, dass der Blick aus dem Fenster das zu beobachtende Gebiet räumlich sehr stark einschränkt. Weiterhin führen die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen zu einer starken Luftunruhe vor dem Teleskop. Dadurch kommt es zu einem starken Flackern der zu beobachtenden  Objekte.

Der Blick vom Balkon ist zwar schon besser, aber noch immer eingeschränkt. Schon bei einer freien Wiese in der Nähe der Wohnung, hat man sich darauf einzustellen, dass jemand dabei sein muss. Zum einen als Unterstützung beim Transport und Aufbau; anderseits wird wohl niemand sein Zwerg alleine im Dunkeln -und es sollte dunkel sein, wenn man den Himmel beobachten möchte- stehen lassen wollen. Und wer mitten in einer Stadt mit hell erleuchteten Häusern und Strassen wohnt, wird sich ein dunkleres Plätzchen außerhalb suchen müssen.

Wann kann mein Zwerg das Teleskop benutzen?

Solange man nicht die Sonne beobachten möchte -und dies sollte aus meiner Sicht nur im Ausnahmefall und unter strengster Aufsicht erfolgen- muss es natürlich dunkel sein. So richtig dunkel ist es in unseren Breiten jedoch relativ selten zu Zeiten, in denen der Zwerg nicht schläft. Erschwerend kommt zusätzlich die regelmäßige Bewölkung hinzu, die eine Himmelsbeobachtung unmöglich macht. Auch an den Tage um Vollmond herum ist ein schönes Beobachten schlecht möglich. Somit ist die Zahl der Beobachtungstage im Jahr doch ziemlich gering. Anderseits habe ich selber festgestellt, dass ein Teleskop auch dabei hilft, das Wetter und die Umgebung wieder wesentlich genauer zu beobachten.

Was kann beobachtet werden?

Hauptbeobachtungsobjekte werden auf jeden Fall der Mond und einige der Planeten sein. Wer das erste Mal die Ringe des Saturns durch sein Teleskop erblickt wird sprachlos staunen. Auch der Blick in die Milchstrasse kann ein überwältigender Anblick sein. Wo „nur“ ein heller Schimmer zu sehen war, erstrahlen nun über und über winzige Sterne. Aber man muss sich unbedingt von den inzwischen gewohnten Bildern aus Fernsehen und Zeitung lösen, die mit wesentlich leistungsfähigeren Teleskopen und langjähriger Erfahrung gemacht wurden.

Welches Teleskop soll es nun sein?

Linsenteleskop

Linsenteleskop

Zuerst möchte ich von den billigen Teleskopen der Spielzeuggeschäfte abraten. In dieser Preisklasse sind die Aufbauten so unstabil, dass ein ruhiges Beobachten fast unmöglich ist. Schnell besteht die Gefahr, dass das Kind die Lust am Beobachten und dann auch gleich an der ganzen Astronomie verliehrt, da es nur tanzende Lichtpunkte sieht.

Wenn es also ein richtiges Teleskop sein soll, hier gibt es vor allem 2 Richtungen, die beide ihre Vor- und Nachteile haben.

Zum einen wäre da das „gewohnte“ Linsenteleskop. Am dünnen Ende schaut man rein (eventuell auch über einen Umlenkspiegel), das dicke Ende zeigt dahin, wo man was sehen will. Das Ganze jeweils um die senkrechte und die waagerechte Achse geführt (azimutal), so kann jedes Kind nachvollziehen, wohin es schauen will und wie man dorthin kommt. Kein Justieren und langwieriges Vorbereiten ist notwendig. Der Nachteil einer derartigen Führung ist, dass die Bewegung der Erde -bzw. die scheinbare Bewegung der Himmelsobjekte- durch die Bewegung um 2 Achsen korrigiert werden muss. Ein Einsteigergerät auch für Kinder wäre z.B. ein Celestron Astromaster 70AZ.

Dobson

Dobson (Bild von Wikipedia)

Ein anderer gern gekaufter Typ für Einsteiger ist das Dobson. Auch dieses wird azimutal geführt, die Bewegung um 2 Achsen ist also auch hier notwendig. Dobson-Teleskope überzeugen durch einen kompakten Aufbau und ein großes Lichtsammelvermögen bei kompaktem Aufbau. Eine kleine Einführung zu so einem Teleskop ist z.B. hier zu finden: http://www.astroshop.de/blog/?p=13660. Ein typischer Einsteigerdobson könnte z.B. sein: Skywatcher Dobson Teleskop N 150/1200.

Weitere Hinweise

Interessante Hinweise zu dem Thema gibt es auch in vielen Foren, z.B.:
http://www.eifeltwister.de/kinderastronomietopfson.htm
http://www.eifeltwister.de/kinderastronomiedobson.htm
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/844022/ein_Teleskop_fur_meinen_Neffen
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/943690/
http://www.astronomie.de/bibliothek/artikel-und-beitraege/einsteigerartikel/das-fernrohr/

Somit sollte genau überlegt worden sein, ob es wirklich ein Teleskop sein soll. Schnell kommen für eine einfache, aber stabile Version 100 – 200 Euro zusammen und wünschenswertes Zubehör kommt oben drauf. Also erstmal alle Möglichkeiten der Umgebung ausschöpfen um herauszubekommen, wie intensiv und dauerhaft der Wunsch nach einem eigenen Teleskop wirklich ist. Nichts wäre hier schlimmer als einem Kind den Spass mit einem schlechten Werkzeug zu nehmen.

Viele Sternwarten bieten regelmäßig öffentliche Beobachtungen an. Dabei wird häufig nicht nur das große Hauptteleskop verwendet, sondern man hat auch die Möglichkeit sich mal mit einem kleineren vertraut zu machen. Dabei helfen mit Sicherheit auch begeisterte Hobbyastronomen.

Außerdem werden momentan an einigen Orten „Seminare“ zur Kaufberatung angeboten.

Auf jeden Fall wünsche ich allen begeisterten AstroZwerge ob mit oder ohne eigenem Fernrohr möglichst viele Gelegenheiten den Sternenhimmel zu betrachten. Und, wenn unter dem Weihnachtsbaum dann doch ein Teleskop lag, würde ich mich auch über eine kurze Rückmeldung mit den ersten Eindrücken sehr freuen.

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