Der Zwerg meinte letztens nach einer längeren Betrachtung des Mondes: „Aber auf der anderen Seite der Erde sieht man auch die andere Seite des Mondes. Oder?“

Hhhmmm, interessanter Ansatz – aber leider nicht richtig. Doch wie ist es wirklich?

„Stell dir mal vor du sitzt auf einem Stuhl. Am besten ein Drehstuhl. Jetzt halte ich einen Apfels in Höhe deines Gesichtes, so dass du die rote Seite sehen kannst. Meinst Du, die Laus, die gerade richtig schön auf den Haaren deines Hinterkopfes wippt, kann nun die Made, die aus der grünen Seite des Apfels herausschaut sehen?“

„Nee, natürlich nicht.“

Aber wer kann denn die Rückseite sehen?

Rückseite des Mondes (Bild der NASA)

Zurück auf den Drehstuhl. Der Kopf ist die Erde, der Apfel der Mond. Die Erde dreht sich am Tag ein Mal um sich selber. Also langsam den Drehstuhl drehen – den Mond, ähh den Apfel dabei einfach festhalten. Auch jetzt sehen wir die Made auf der grüne Seite nicht. Auch nicht, wenn wir nach oben oder nach unten schauen. Wir sehen manchmal den Apfel und manchmal nicht.

Nun dreht sich ja aber auch noch der Mond um die Erde.

Also den Apfel ganz langsam um den Kopf bewegen. Dabei den Apfel am Stiel genauso langsam drehen, wie er um den Kopf bewegt wird. Das heisst, die rote Seite zeigt immer zum Kopf. Nach einer Umdrehung um den Kopf hat der Apfel eine Umdrehung um seine Stielachse gemacht. Das nennt man „GEBUNDENE ROTATION“. Und genau das macht auch der Mond. Und dabei sehen die Augen oder die Laus immer auf die rote Seite des Apfels – und nie die Made.

Lunik 3 (Bild der NASA)

Das erste Mal, dass die Rückseite des Mondes gesehen wurde, war am7.Oktober 1959 als die Sonde Lunik 3 das erste Mal den Mond umrundete und dabei Bilder der Rückseite aufnahm.

Doch warum dreht sich der Mond genauso schnell um sich selber wie um die Erde?

Vor langer, langer Zeit, taumelten Erde und Mond noch viel schneller umeinander herum und auch um sich selber. Mond und Erde ziehen sich gegenseitig an und bremsten sich dadurch nach und nach ab. Die schwerere Erde zog dabei stärker an dem ihr jeweils zugewandten Mondgestein und dieses rieb dadurch aneinander. Das verbrauchte viel Energie; die beiden wurden langsamer. Der Mond verlangsamte dabei auch seine Drehung um sich selber, bis er schließlich der Erde immer seine gleiche Seite zeigte. Das selbe kann auch bei anderen Planeten und ihren Monden beobachtet werden.

Einen weiteren Versuch, den ihr selber ausführen könnt, habe ich in der EU-UNAWE-MINT-Box Abenteuer Astronomie von UNAWE gefunden:

Dazu brauchen wir:
  • Mond- und Erdmaske
  • Zwei Kinder
So wird es gemacht:

Die zwei Kinder verwandeln sich in Erde und Mond, indem sie die beiden Masken aufsetzen. Dann stellen sie sich
gegenüber, fassen sich an den Händen und beginnen langsam, sich um einander zu drehen. Das Erdkind erkennt deutlich, dass das Mondkind ihm immer die gleiche Seite zuwendet. Von ihm ausgesehen, dreht sich der Mond nicht! Aber was sagen die Kinder, die das Geschehen von außen beobachten? Wenn sie genau hinsehen, fällt ihnen auf, dass das Mondkind seine Blickrichtung dauernd ändert. Es dreht sich also doch um sich selbst. Es braucht für eine Umdrehung um die Erde genauso lange wie für eine Umdrehung um sich selbst! Ein Mondtag dauert also einen Monat.

So ziehen beide gemeinsam „aneinander gebunden“ seit für uns unvorstellbar langer Zeit ihre Bahnen und wir freuen uns, dass wir immer wieder das Gesicht des Mann im Mond sehen können.

Interessante Hinweise zur Beobachtung des Mondes findest Du auch in der ASTROKRAMKISTE.

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