LUNOCHOD 1 (Bild der NASA)

Raumfahrt, Raketen und  Autos, zumindest die meisten Jungs bekommen dabei doch leuchtende Augen. Da passt es doch, aus Anlass des heutigen, 41-sten Jahrestages der ersten Fahrt eines Fahrzeugs außerhalb der Erde eine kurze Erinnerung an eben dieses Fahrzeug zu schreiben. Vielleicht wird ja ’ne ganze Reihe über die bisherigen und geplanten Weltraum FAHRzeuge draus.

Die ersten FAHRzeuge, die jemals auf einen fremden Himmelskörper fuhren, waren die sowjetischen Lunochod Mond-Fahrzeuge. Lunochod ist russisch und heißt auf deutsch „Der Mondgänger“.

Vor 41 Jahren (am 17. November 1970) landete die sowjetische Sonde Luna 17 auf dem Mond und LUNOCHOD 1 fuhr mit seinen 8 Rädern die Rampe herunter.

LUNOCHOD 1 ist ein ca. 750 kg schweres Fahrzeug. Es hatte fast die Größe eines Smarts (ohne Antennen 135 cm hoch, 220 cm lang sowie 160 cm breit).  Jedoch hat es 8 Räder mit einen Durchmesser von 51 cm. Jedes der Räder ist einzeln auf gehangen und gefedert und von einem Elektromotor angetrieben. Es konnte eine maximale Geschwindigkeit von 2,5 km/h erzielt werden. Sollte eines der Räder sich nicht weiter drehen können, war es möglich dieses auszukuppeln.

Während der 11 Monate die das Fahrzeug auf dem Mond unterwegs war, fuhr es eine Strecke von über 10 km. Da ist zwar ein Baby krabbelnd schneller, aber nicht auf dem Mond. Es ist zu bedenken, dass alles, was die Kameras in der Umgebung sahen erst zur Erde übertragen werden musste, bevor dort weitere Fahrbefehle gegeben werden konnten. Deshalb konnte das Fahrzeug in sehr kritischen Situationen auch selbständig stehen bleiben. Sogar die heutigen Fahrzeuge auf dem Mars sind nicht wirklich schneller.

In der sehr kalten Mondnacht (-130°C) wartet LUNOCHOD mit geschlossenem Deckel, um das Auskühlen der technischen Systeme zu minimieren. Tagsüber bei  bis zu 150°C öffnet sich der Deckel, damit die auf der Innenseite des Deckels befindlichen Solarzellen die Batterien wieder aufladen konnten.

Das Fahrzeug wurde von der Erde aus von 5 Leuten gleichzeitig ferngesteuert. Dazu übertrugen 2 Fernsehkameras schwarz-weiß Bilder aus der Umgebung. Zusätzlich wurden in regelmäßigen Abständen sehr detailreiche Bilder aufgenommen.

Außerdem befanden sich auch folgende wissenschaftliche Ausrüstungen sich auf der LUNOCHOD 1:

  • Reflektoren für Laserstrahlen, die das Messen der Entfernung zwischen Mond und Erde ermöglichen sollten
  • ein Messmittel um zu Ermitteln, wie fest der Boden und einzelne Steine auf dem Mond sind
  • ein Messgerät, mit dem die Stoffe, aus dem der Boden besteht ermittelt werden konnten
  • ein Messgerät, mit dem die auf dem Mond auftreffende Strahlung gemessen werden könnte

Wichtige technische Bestandteile waren zusätzlich:

  • ein Bodenfühler, der den Boden abtastete
  • ein Neigungsmesser, um die Schräglage des Fahrzeuges zu messen
  • Batterien, die die elektrische Energie für die Mondnacht speicherte
  • Solarzellen im aufklappbarem Deckel zur Erzeugung von Strom
  • eine kleine Heizung, die das Auskühlen der Systeme während der sehr kalten Mondnacht verhindern sollte
  • dreh- und schwenkbare Richtantenne
  • ein Messgerät zum Messen der zurückgelegten Wegstrecke
  • ein Geschwindigkeitsmesser

Bei der Betrachtung der Energieversorgung muss bedacht werden, dass der Mond 28 Erdentage für eine Umdrehung, also für einen ganzen Mondtag benötigt. Also muss während der 14 Erdentage an denen die Sonne scheint ausreichend Sonne für die folgenden Mondnacht (weitere 14 Erdentage) erzeugt und gespeichert werden.

Während der Fahrt auf dem Mond übertrug LUNOCHOD 1 unheimlich viele Bilder vom Mond zur Erde und untersuchte über 500 Bodenproben.

Nach ungefähr 11 Monaten kamen dann keine Signale von LUNOCHOD mehr auf der Erde an. Nachdem man viele Jahre nicht genau wusste, wo sich nach Ende der Mission die Rakete und das Fahrzeug auf dem Mond befinden, konnten 2010 anhand von Bildern, die ein um den Mond kreisender Satellit machte, beide wieder „entdeckt“ werden.

Eine kurze Videopresentation zu LUNOCHOD 1 gibt es auf wiki-videos.com. Eine englischsprachige Reportage zu LUNOCHOD ist auf YouTube zu sehen.

Auch unser Sandmännchen wollte am Rennen auf dem Mond teilnehmen und so hieß die Folge 126 von 1973 „Lunochod 1“. Natürlich wurde das Fahrzeug auch auf eine DDR Briefmarke abgebildet und es gab es sogar als fernzusteuerndes Spielzeug.
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